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Reise: "Auf den Spuren der Inka"
19.06. bis 10.07.2011
Reisebericht von Frau Schenk

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Auf dem Gringo-Trail durch Peru

Gringos – so werden die Weißen in Peru genannt. Und der Gringo-Trail? Das ist das, was alle Gringos machen, die nach Peru kommen. Lima, Ballestas-Inseln, Nazca, Arequipa, Colca-Canyon, Titicaca-See, Cuzco und natürlich Machu Picchu. Die meisten Touristen klappern das alles innerhalb von 2 Wochen ab, uns stand jedoch eine Woche mehr zur Verfügung und diese Zeit haben wir auch sehr genossen.


Auf der Panamericana von Lima bis nach Arequipa

Die ersten vier Tage unserer Reise führen uns fast tausend Kilometer auf der Panamericana entlang. Wir sind etwas überrascht von der Wüstenlandschaft entlang der Küste. Aber sie liegt im Regenschatten der Anden und der Humboldtstrom verhindert die Bildung von Regenwolken.
Langweilig wird die Landschaft auf der Strecke dennoch nicht. Zum einen ist Wüste nicht gleich Wüste: Wanderdünen, felsige/steinige Berge, Steilwände am Meer, Sanddünen in verschieden Farben, Wüstenhochplateaus … Zum anderen kommen wir regelmäßig an Tälern vorbei, wo sich Flüsse ihren Weg zum Meer bahnen, und diese Täler bilden mit ihren Plantage im kräftigem Grün einen extremen Gegensatz zur Wüstenlandschaft.


Steilküsten bei Paracas  Pelikan bei Sonnenuntergang  Seelöwen auf den Ballestas Inseln 

Unser erster Halt ist Paracas, wo wir einen Ausflug in das Natur schutzgebiet machen und die ersten Flamingos sehen können. Paracas bedeutet „Sandsturm“ und das Gefühl, dass wir uns in einem solchen befinden, kommt bei unserem Spaziergang zu den Steilküsten auf. Zurück im Ort genieße ich den Sonnenuntergang am Meer und bewundere die Pelikane, die sehr zutraulich sind und sich nur wenige Meter von mir entfernt überhaupt nicht stören lassen.

Den nächsten Tag starten wir mit einer Bootsfahrt zu den Islas Ballestas (den Klein-Gallapagos-Inseln oder Guano-Inseln). Die Anzahl und Artenvielfalt der Tiere auf den Inseln mit vielen Bogen und Höhlen ist schon atemberaubend. Ebenso wie der Gestank ;-) Manchmal werden Touristen auf den Booten von den Vögeln abgeschossen, wir haben jedoch Glück. Nur die beiden vor uns bekommen eine Ladung Düngemittel auf den Kopf. Während der Fahrt können wir unter anderem verschiedene Vogelarten, Humboldt-Pinguine und auch Seelöwen sehen.
Auf dem weiteren Weg entlang der Panamericana machen wir Halt an einer typischen Pisco-Bodega, lassen uns die Herstellung des Nationalgetränks erklären und probieren verschiedene Sorten dieser Spezialität. In Ica besichtigen wir die Oase Huacachina. Diese grüne Lagune inmitten von hohen Sanddünen ist absolutes Kontrastprogamm zwischen trockenem sehr feinen Sand und dem saftigen Grün der Wüstenoase. Ein Teil unserer Gruppe macht mit einem Buggie einen Ausflug in die Dünen, wir anderen besichtigen die Lagune oder versuchen eine der Dünen zu besteigen. Den feinen Sand, der dabei sogar durch die Socken gegangen ist, werde ich wohl immer noch in meinen Schuhen wieder finden können.


Oase Huacachina 

Unser nächstes Highlight sind die Nazcalinien. Das sind Scharrbilder, die zwischen 500 v. Chr. Und 500 n. Chr. von den Einwohnern in den Boden gezeichnet wurden. Da es hier nicht regnet, können diese Linien, deren Bedeutung bis heute ein Rätsel ist, noch gesehen werden. Vom Maria-Reiche Turm aus, der am Straßenrand der Panamericana ist, können wir den Baum und die Hände sehen. Einen viel besseren Blick auf die Scharrbilder bekommt man vom Flugzeug aus, denn diese Figuren sind ganz schön groß. Der Kolibri z.B.misst 96 auf 66 Meter.
Wir sind 5 Touristen im Flugzeug und damit alle die gleiche Chance auf eine schöne Sicht auf die Figuren haben, wird jede zwei mal überflogen – einmal in einer Rechtskurve und dann noch in einer Linkskurve. Da ist man dann wieder froh, wenn man nach dem halbstündigen Flug wieder Boden unter den Füßen hat. Auch ohne die Scharrbilder lohnt sich dieser Flug. Der Blick über die Landschaft mit der Hochebene, den grünen Tälern und den hohen kahlen Bergen ist einfach atemberaubend.


Nazcalinien: Kolibri 
Blick vom Flugzeug 

Unser nächster längerer Stopp ist in Puerto Inca. Von hier wurde früher „frischer“ Fisch bis nach Cuzco gebracht. Spuren dieses Inkahafens sind noch zu erkennen, aber natürlich haben hier keine wichtigen Inka-Persönlichkeiten gewohnt, weshalb nur einfach Häuser gebaut worden sind. Heute gibt es an diesem Platz neben den Ruinen nur ein Hotel und ein Restaurant und somit verbringen wir eine ruhige Nacht ohne Hupkonzert dafür mit Meeresrauschen im Hintergrund. Auf der 8-stündigen Fahrt von Puerto Inca bis nach Arequipa haben wir keine größeren Programmpunkte. Wir fahren durch Wüstenlandschaften, machen halt an Arequipa-Kakteen, entdecken Delfine im Meer ... Weiter geht es hoch auf die Majes-Ebene. Von dort können wir einen wunderschönen weiten Blick mit strahlend blauem Himmel bis zu den Vulkanen bei Arequipa genießen.


Südperu

In Arequipa haben wir zumindest mal einen Tag Pause von den langen Busfahrten. Wir genießen von einem Aussichtspunkt den Blick über die weiße Stadt (viele Gebäude wurden aus weißem Vulkanstein gebaut) und ihre drei Vulkane, erfahren einiges über Alpaka-Wolle, machen eine kleine Stadtbesichtigung und haben eine Führung durch das Monasterio de Santa Catalina, das eine Stadt in der Stadt ist. Die einzelnen Gebäude sind mit sehr prächtigen Farben bemalt. Die Calle Seville, eine Straße mit leuchtenden Blumen und Terrakottamauern ist besonders beeindruckend. Auch unser wunderschönes Hotel mit mehreren Innenhöfen ist mit kräftigen Farben, Blumen, Keramik und anderen Gegenständen verziert.


Calle Sevilla im Monasterio  Vulkan bei Arequipa 

Nach diesem eher ruhigen Tag in Arequipa geht es weiter zum Colca-Canyon. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Strahlend blauer Himmel – viel kräftiger als wir es in Deutschland kennen, schneebedeckte Spitzen der Vulkane und ein weiter Blick über die Ebenen und Berge. Auf der Fahrt können wir Alpaka und Lama Herden und auch wild lebende Vicuñas beobachten.


Wild lebende Vicuñas 

Wir erfahren den Unterschied zwischen Maby-und Baby-Alpaka-Wolle, bewundern das Doldengewächs, das nur wenige mm pro Jahr wächst, sehen unsere erste peruanische Andenhasenmaus, fahren durch die Caldera eines Vulkans und kommen an Eiszapfen vorbei. Rechtzeitig beginnen wir, Cocablätter zu kauen, das bei Problemen in der Höhe hilft, da das Blut dann mehr Sauerstoff aufnehmen kann. Beim Kauen werden unsere Backen leicht taub.
Wir erreichen nun den höchsten Punkt unserer Reise, den Vata-Pampa-Pass auf 4900 m. Hier machen wir einen kurzen Fotostopp und bekommen die Höhe auch direkt zu spüren. Ein paar Schritte zu schnell und einem wird direkt etwas schwindlig. Auf der Fahrt bergab genießen wir die ersten Blicke auf das Colca-Tal: der Fluss, der tief unten sich durch die Schlucht windet und die Terrassenanlagen an den Berghängen umgeben von hohen Bergen mit Schneespitzen. Am tiefsten Punkt der Schlucht liegen über 4000 m zwischen der Schlucht und den umliegenden Berggipfeln.


Colca-Tal 

Diese wunderschöne Landschaft begleitet uns auch am nächsten Tag, an dem wir schon um 6.30 losmüssen. Nach 40 km Schotterpiste erreichen wir um 8 Uhr das Cruz del Condor, wo schon andere Gruppen auf die großen Vögel warten. Die Wahrscheinlichkeit, Kondore zu sehen liegt bei etwa 50 %, und wir haben Glück. Zwar kommen die Vögel nicht ganz so nah wie wir es uns gewünscht haben, aber wir können nahezu eine Stunde die Vögel beobachten, bevor wir wieder zurückfahren.
An ein paar kurzen Fotostopps haben wir die Möglichkeit, Andenken zu kaufen und uns in traditionellen Trachten kleiden zu lassen. Und den Spaß mache ich natürlich mit ;-) Am Nachmittag machen wir eine kleine Wanderung im Tal und kommen zu den Thermalbädern bei Chivay. Dort lassen wir den Tag richtig schön ausklingen.


Kondor  Traditionelle Tracht 

Unsere Fahrt am nächsten Tag bis nach Puno ist wieder geprägt von einer wunderschönen Landschaft, Lamas, Alpakas … An einer kleinen Lagune entdecken wir Andenflamingos. Beeindruckend sind auch die Steinwälder aus Lavagestein und die durch den Wind zu spannenden Felsformationen geformt worden sind. Auf der Fahrt erfahren wir, dass es in den letzten Tagen einen Streik in Juliaca und Puno gab. Die Straßen waren gesperrt und der Flughafen von Juliaca sowie eine Mautstation wurden in Brand gesetzt. Es gab sogar mehrere Tote. Wären wir einen Tag früher dran gewesen, so hätten wir Puno und den Titicacasee auslassen müssen. Doch die Lage hat sich inzwischen beruhigt und wir können nach Puno weiterreisen.
Auf dem Weg besichtigen wir die Grabtürme von Sillustani und machen Halt an einem Bauernhof, wo wir einen Einblick in die Lebensweise der dort lebenden Peruaner bekommen. Wir testen Kartoffeln mit Andenkäse und Lehmsoße, sehen zu, wie ein Teppich geknüpft wird und wie Quinua gemahlen wird. Wir entdecken natürlich die Fahrradreifen auf den Dächern der Bauernhäuser und bekommen auf der Weiterfahrt auch eine Erklärung dafür: leider gibt es jedes Jahr einige Tote auf Grund von Blitzeinschlägen. Da sich die Familien aber keine richtigen Blitzableiter leisten können und Gummi isolierend ist, schützen die Fahrradreifen bestimmt auch gegen Blitzeinschläge ;-) Der Blick auf den Titicaca-See war schon bei unserer Ankunft in Puno am Abend beeindruckend, aber als wir am nächsten Morgen um 7 Uhr am Hafen stehen, wird das ganze übertroffen. Das tiefblaue Wasser, umgeben von Bergen, die von der Morgensonne angestrahlt werden und das Schilfgras im Wasser.


Peruanischer Bauernhof 
Morgenstimmung auf dem Titicaca-See 

Unser Boot nimmt direkt Kurs zu den schwimmenden Inseln der Uros. An der schwimmenden Mautstation wird während der Fahrt der Eintrittspreis vom Boot aus auf die Insel geworfen und kurz darauf werden wir freundlich von den Bewohnern „unserer“ Insel empfangen. Anhand von einem Modell bekommen wir den Aufbau dieser Inseln erklärt: die Wurzeln des Schilfs werden in ca. 0,5 m² großen Blöcken mit Erde miteinander verankert und schwimmen auf dem Wasser. Sie halten etwa 40 Jahre. Darauf wird das Schilfgras gelegt, das je nach Jahreszeit etwa alle 2 Wochen erneuert werden muss. Auf diesen Inseln befinden sich Schilfhäuser und alles was die Uros zum Leben brauchen. Auf einer Insel wohnen oft 3 oder 4 Familien. Falls es Streit gibt, und man nicht mehr zusammen wohnen möchte, wird die Insel einfach durchgesägt;-) Nach einem kleinen Theaterstück dürfen wir ein Haus der Familien besichtigen. Dabei werden wir in der typischen Tracht der Uros verkleidet. Natürlich darf die kleine „Einkaufstour“ nicht fehlen, denn diese Menschen leben heute hauptsächlich vom Tourismus. Ich begebe mich noch auf den wackeligen Aussichtsturm, der extra für die Touristen erbaut wurde und bei uns bestimmt schon auf Grund von Sicherheitsmängeln gesperrt worden wäre. Von da hat man einen schönen Blick über das ganze “Dorf”, das aus ca. 40 schwimmenden Inseln besteht. Und um das ganze abzuschließen machen wir noch eine Fahrt im „Mercedes“ der Uros - das ist ein sehr schön hergerichtetes Schilfboot mit Oberdeck.


"Mercedes" 

Blick vom Aussichtsturm – Schwimmende Inseln der Uros 

Weiter geht es zur Insel Taquile, die weiter im Titicacasee liegt. Wir brauchen etwa 2 ½ Stunden dorthin. Von hier aus können wir sogar die Berge auf der anderen Seite des Sees sehen, die schon zu Bolivien gehören. Taquile ist die Insel der strickenden Männer. Sie dürfen erst heiraten, wenn sie es geschafft haben eine perfekte Mütze zu stricken, bei der Wasser nur langsam durchläuft. Wir essen bei einer Familie traditionell zu Mittag und bekommen dabei die Bedeutung der Kleidung erklärt - bei den Frauen deutet die Größe der Pommeln darauf hin, ob sie schon verheiratet sind. Bei den Männern die ledig sind, ist die Mütze zur Hälfte rot und zur Hälfte weiß. Ist die Pommel der Mütze auf der linken Seite, sind sie schon vergeben aber noch auf Probe, ist die Pommel rechts, dann ist der Mann noch auf der Suche nach einer Frau. Verheiratete Männer haben eine komplett rote Mütze. Wir machen einen kurzen Spaziergang einmal über die Insel und dann müssen wir schon wieder zurück nach Puno, wo wir bei Sonnenuntergang ankommen.


Inkakernland

Unsere Reise in das Inkakernland starten wir von Puno aus mit dem Touristenzug. Dieser besteht neben Lok und Personalwagen mit Küche, aus drei Wägen der 1. Klasse und einem Panoramawagen. Normalerweise fahren etwa 150 Touristen mit. Zwei Wochen lang ist kein Zug wegen der Streiks gefahren. Unser Zug ist der erste, der wieder fährt – und wir haben ihn für uns alleine! Die anderen Touristengruppen haben Puno wegen der Unruhen umgangen und die Reise mit dem Zug abgesagt. Wir müssen uns also nicht mit anderen Touris um die besten Plätze im Panoramawagen streiten und werden vom Personal, das sich darüber freut, endlich wieder Arbeit zu haben, verwöhnt.


Panoramawagen mit Hochebene im Hintergrund 

Nach 75 min erreichen wir Juliaca - wir sind gerade mal erst 47 km gefahren! Die Fahrt geht mitten durch den Markt - wenn der Zug kommt werden die Gleise freigemacht, ist er weg, werden auf den Gleisen direkt wieder die Waren ausgebreitet, Stühle und Sonnenschirme aufgestellt. Zum Teil liegen Obst und Bücher oder andere Waren zwischen den Gleisen und der Zug fährt einfach drüber hinweg.


Markt von Juliaca – der Zug ist noch keine 5 Meter weg 

Wir fahren weiter leicht bergauf durch die Hochebene und machen auf dem Pass auf ca. 4300 m eine kurze Pause. Zeit ein paar Fotos zu machen, oder Andenken zu kaufen. Von den ganz enttäuscht aussehenden Verkäuferinnen werden wir gefragt, ob die anderen Touristen nicht aussteigen wollen? Dann geht es zwischen den Bergen wieder herunter. Die Vegetation ändert sich langsam und es wird immer grüner. Und bis wir in Puno ankommen, ist die Sonne schon untergegangen. Damit uns auf der 10 stündigen Fahrt nicht langweilig wird, gibt es zwei kleine Konzerte mit typisch peruanischer Musik, eine Modenschau und uns wird gezeigt, wie man einen Pisco Sour mixt. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – zu Mittag gibt’s ein 3-Gänge-Menu.


Blick aus dem Panoramawagen 

Wir verbringen mehrere Tage im Inkakernland. Zunächst besichtigen wir Cuzco und die Inkaruinen in der Umgebung. Beeindruckend ist die Genauigkeit mit der die Inkas gearbeitet haben und auch die Dimensionen der Steine, die für den Bau der Stätten genutzt wurden. Die Wanderung zu verschiedenen Inkastätten ist eine sehr matschige Angelegenheit, da es ganz untypisch für die Jahreszeit den ganzen Tag regnet. Und auch während der Fahrt weiter nach Aguas Calientes regnet es den dritten Tag in Folge.


Wer ist hier klein? Mauer in Sacsayhuaman. 

Aguas Calientes ist der Touristenort, der zu Machu Picchu gehört. Er ist nur mit der Bahn oder zu Fuß zu erreichen und existiert auch nur auf Grund der Touristen, die alle Machu Picchu besichtigen wollen. Vom Bahnhof aus muss man erst mal durch den Touri-Markt um in den Ort zu kommen und dieser besteht auch nur aus Hotels, Bars und Restaurants und aus Thermalbädern, die diesem Ort den Namen gegeben haben. Die Vegetation ist hier komplett anders. Wir befinden uns schon im Bergnebelwald, der Ort liegt im Tal und ist umgeben von steilen, sehr hohen Bergen. Wir übernachten in Aguas Calientes und haben dann einen kompletten Tag für die Besichtigung von Machu Picchu zur Verfügung.


Aguas Calientes 

Um 6 Uhr morgens starten wir mit dem Bus und es geht in Serpentinen erst mal 400 Höhenmeter hinauf. Vom Wächterhaus aus, haben wir den typischen Machu Picchu Blick, den man auf all den Fotos sehen kann. Für uns mit etwa 200 bunten Punkten zwischen Nebelschwaden – das sind die ganzen Menschen mit bunten Regenponchos, die noch früher als wir dran waren. Was auf vielen Fotos nicht rüberkommt, das ist die Umgebung, in der die Ruinen liegen. Die steilen Berghänge und tiefen Täler durch die Nebelschwaden aufsteigen – einfach beeindruckend, auch trotz des schlechten Wetters. Nach einer Führung durch die Ruinen entscheiden wir uns, den Machu Picchu Berg zu besteigen. Während wir die 600 Höhenmeter bis zum Gipfel hinter uns bringen, haben wir ein paar mal noch einen Blick durch den Nebel auf die Ruinen, aber oben angekommen, ist alles nur eine graue Masse. Wieder zurück in der verlorenen Stadt, entschließe ich mich noch die Inkabrücke zu besichtigen, die an einer steilen Wand gebaut wurde. Auf dem Weg dorthin habe ich einen schönen Blick auf den Gipfel, den wir soeben bestiegen haben. Was wir dort oben noch nicht wussten: direkt hinter dem Gipfel geht es nahezu senkrecht hinab – vom Gipfel bis ins Tal sind das etwa 1000 m! Am Abend geht unser Zug zurück nach Ollantaytambo und wir werden zu unserer Ökolodge im Heiligen Tal gebracht.


Blick zurück ins Tal – die 400 Höhenmeter gings mit dem Bus hoch  Peruanische Andenhasenmaus 
Buntes Treiben   Terrassenanlagen bis zum Abgrund 
Blick auf halber Höhe zum Gipfel des Machu-Picchu-Berges  Inkabrücke 

Während der nächsten Tage besichtigen wir die Ruinen von Ollantaytambo, fahren zum Markt von Pisac und machen mehrere Tageswanderungen in der wunderschönen Landschaft mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Wir besichtigen auf unseren Wanderungen noch weitere Inkaruinen und kommen bei den Salzminen von Maras vorbei. Außerdem gibt es noch ein Mittagessen bei einer Bauernfamilie in den Bergen. Die Bedingungen unter denen diese Familie hier lebt, kann man sich bei uns gar nicht vorstellen.


Salzminen von Maras  Versuchsanbaufläche der Inkas 

Bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, haben wir noch einen halben Tag in Lima zur Verfügung. Diese Zeit nutzen wir aus, für eine kurze Stadtrundfahrt, die Besichtigung des Goldmuseums und einen Spaziergang durch das Stadtviertel Miraflores.


Essen

Die peruanische Küche zählt zu den besten und abwechslungsreichsten der Welt – und das können wir auch bezeugen. Auch wenn es teilweise für manche von uns eine Überwindung war, wir haben jeden Tag eine neue Besonderheit des Landes probiert. Die Artenvielfalt des Landes liefert frische Zutaten, zu denen alleine bei den Kartoffeln schon 3000 verschiedene Arten zählen. Besonders lecker sind auch die vielen Früchte, die hier viel kräftiger und saftiger schmecken als die bei uns importierten. Und die Mischung aus Andentradition, spanischen, japanischen, chinesischen und afrikanischen Einflüssen verleiht der Küche eine ganz besondere Note. Mein Lieblingsgericht während dieser Reise waren die Anticuchos (Rinderherzen auf einem Fleischspieß gegrillt), aber zwei andere Gerichte haben unsere Zeit in Peru besonders geprägt:


Meerschweinchen  Erdofen 

Meerschweinchen – das kann man sich in Deutschland kaum vorstellen, doch 5 aus unserer Gruppe waren so mutig und haben es ausprobiert. Wir vergessen bei der Bestellung „sin carbeza“ zu sagen und müssen dann doch erst mal schlucken als unsere Meerschweinchen ankommen: Mit Kopf und Füßen, bei denen man sowohl die Zähne als auch die Zehen zählen kann. Es schmeckt lecker, ähnlich wie Hähnchen und ist sehr knusprig, allerdings ist da auch nicht wirklich viel dran. Das zweite besondere Essen auf unserer Reise war die Pachamanca. Das waren Kartoffeln, Rinder- und Hähnchenfleisch, Würstchen, Ananas und Bananen im Erdofen zubereitet. Dazu wurden die Lebensmittel – jede Sorte einzeln eingepackt in Spezialpapier – in ein Erdloch gelegt, mit im Feuer erhitzten Steinen, Gräsern und reichlich Erde zugedeckt und den ganzen Vormittag gegart. Ein besonderes Ereignis dabei ist, wenn die Lebensmittel feierlich aus der Erde geholt werden, und natürlich danach der Verzehr. Bei den Getränken lassen sich besonders Chicha (Saft aus lila Mais bzw. auch Maisbier) und Inka-Cola erwähnen. Ich bevorzuge die süße Variante der Chicha – die Inka Cola schmeckt nach pappigen Gummibärchen. Peru ist übrigens das einzige Land der Welt, in dem nicht Coca Cola sondern Inka Cola die Liste der meistverkauften Soft-Drinks anführt. Oft haben wir auch die sehr leckeren frisch gepressten Säfte von tropischen Früchten getrunken.


Leben in Peru

Schon am ersten Abend auf dem Weg vom Flughafen zum Hotel erwartet uns die erste schlechte Nachricht: Weiß jemand von euch was „das Klo ist verstopft“ auf Spanisch heißt? Das werden wir von Aldo, unserem Reiseleiter, gefragt. Er möchte uns eigentlich nicht direkt nach der Ankunft schocken, aber das ist ein Punkt, den er doch erwähnen muss. Die Spülungen und Rohrleitungen in Peru entsprechen nicht unserem deutschen Standard und deswegen muss man das Klopapier nicht in die Kloschüssel, sondern in den Abfalleimer werfen. Am Anfang ist das für uns komisch, aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran und als wir wieder in Deutschland landen ist es für uns ganz komisch, dass wir jetzt wieder das Papier in die Toilettenschüssel werfen dürfen ;-)
Aldo hat einige Zeit in Deutschland gelebt und kennt also das Leben auf der anderen Seite der Welt Und da er auch nur deutsche Reisegruppen leitet, weiß er welche Probleme auf uns zukommen könnten. Deswegen wartet er auch bei jedem Hotelwechsel noch 10 Minuten an der Rezeption, falls etwas mit einem Zimmer nicht in Ordnung sein sollte oder z.B. ein Handtuch fehlt. Zum Glück müssen wir diesen Service nur in einem Hotel in Anspruch nehmen.


Armut in Peru 

Die Armmut im Land bekommen wir schon auf der Fahrt von Lima nach Paracas zu sehen. Die „Pueblos jovenes“ (auf Deutsch werden sie netterweise mit „Neue Siedlungen“ übersetzt) in den Randbezirken der großen Städte sind Armenviertel, z.T. ohne Strom- und Wasseranschluss. Es ist schon erschreckend, unter welchen Bedingungen hier die Menschen leben. Mehrfach bekommen wir auf der Reise die Möglichkeit, Wohnungen von Einheimischen zu besichtigen. Z.B. bei der Bauernfamilie im Heiligen Tal, bei der wir zu Mittag essen, besteht das Haus aus einem Zimmer mit einem Bett, in dem die Eltern und drei Kinder schlafen. Die Meerschweinchen dürfen unterm Bett bleiben ;-) Und dennoch, sobald ein bisschen Geld angespart ist, wird ein Fernseher eingekauft.

Geschwindigkeitskontrollen sind dafür auf höchstem Niveau: Busfahrer dürfen maximal 90 km/h fahren und das wird über GPS kontrolliert. Wenn der Bus länger als 1 Min. schneller fährt, wird das registriert und es muss eine Strafe gezahlt werden. Nun ja, dafür gibt es aber keine begrenzten Fahrzeiten, von Ladungssicherung haben die Peruaner noch nichts gehört und derjenige, der am besten drängeln und am lautesten hupen kann, hat Vorfahrt ...


Wir sind von allen Peruanern sehr freundlich empfangen worden. Auch haben wir uns während der gesamten Reise nicht unsicher gefühlt und hatten keine Angst vor der Kriminalität vor der wir so gewarnt wurden. Natürlich muss man besonders in den größeren Städten vorsichtig sein und sollte manche Stadtviertel besser nicht betreten. Mit Begeisterung wurde uns z.B. bei den Bauernfamilien und bei den Uros ein Einblick in die Lebensgewohnheiten gegeben. Besonders schön war es, Kindern Kleinigkeiten wie z.B. Kekse zu schenken ohne ein „ich will aber einen Keks mit Schokolade“ zu hören, sondern dabei in strahlende Augen sehen zu können.



Reise: "Auf den Spuren der Inka"
19.06. bis 10.07.2011
Reisebericht von Frau Schenk

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